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Snowflakes

H-Charas: Schuldig & Farfarello (aus Weiß Kreuz)

 

 



 

Es war ein kalter Winterabend und das Mondlicht ließ den Schnee silbern glitzern.

Vereinzelte Schneeflocken bahnten sich den Weg von Himmel herab.

Und das Einzige, was im Moment die eisige Stille durchbrach, war das leise Knirschen des

Schnees unter seinen Füßen. Es war nicht die erste schlaflose Nacht, die er damit verbrachte,

ziellos durch die Gegend zu wandern.

Er wusste nicht warum, aber in letzter Zeit fand er abends einfach keine Ruhe mehr.

Vielleicht war ihm dieser Job doch mehr aufs Gemüt geschlagen als er je gedachte hatte.

Wie am Abend zuvor führte ihn sein Weg wieder in den Park. Die kahlen Äste der

Bäume wurden mit einem Mantel weißen Schnees überdeckt und der Schnee lag knöcheltief

auf dem Boden. Alles war in ein helles Weiß getaucht. Schnee so weiß und rein.

Er bahnte sich immer weiter durch den Schnee, was er bestimmt schon seit einer Stunde tat.

Seine Finger waren schon leicht taub und seine Lippen hatten einen leichten

violetten Schimmer angenommen.

Langsam aber sicher sollte er doch wieder den Rückweg antreten.

Doch gerade als er kehrtmachen wollte, sah er eine Gestalt auf einer Parkbank sitzen, die den

Kopf leicht in den Nacken gelegt hatte und die Sterne betrachtete.

Er blieb abrupt stehen und betrachte diese Person, aber es ließ sich durch das schwache Licht

nicht erkennen, wer es war. Außerdem hatte sie ihm den Rücken zugewandt.

Also beschloss er sich diese, bis jetzt unbekannte Person genauer anzusehen.

Er ging ohne Umweg weiter auf die Parkbank zu, doch die Person kümmerte das nicht im

Geringsten, bis er schließlich etwas verwundert vor ihr stand.

Es war Farfarello, der stumm auf der der Bank saß und in den klaren Sternenhimmel starrte.

Auf seinen Haaren lag bereits eine dünne Schicht Schnee, was darauf hin wies, dass er

vermutlich schon länger hier saß. Seine blasse Haut verschmolz geradezu mit dem

Schnee in seiner Umgebung und sein gelbes Katzenauge leuchtete im Schein des Mondlichtes auf.

Langsam empfand er diese Stille zwischen ihnen unerträglich und begann zu sprechen:

„Was macht du denn noch um die Uhrzeit hier?“

Farfarello wandte seinen Blick ab und schaute ihm direkt in die Augen.

„Dasselbe könnte ich dich auch fragen.“

„Da hast du wohl Recht. Ich konnte einfach nicht Schlafen…“ sagte Schuldig mit leiser Stimme

und setzte sich neben ihm auf die Bank.

„Sag mal, wie lange sitzt du hier eigentlich schon?“

Farfarello antwortete nicht und zuckte nur leicht mit den Schultern.

„Ist dir denn gar nicht kalt?“ Schuldig hatte jetzt erst bemerkt das dieser nur

seine Weste als Oberbekleidung trug.

„Du wirst dir noch den Tod holen wenn du hier weiter so freizügig rumsitzt“

Ohne weitere Worte stand Schuldig auf, zog seinen Mantel aus und hielt ihn Farfarello vor die Nase. „Hier zieh den an bevor ich es mir noch anders überlege“

Verdutzt nahm er den Mantel entgegen und streifte ihn sich über.

„Ist das denn auch ok?“ fragte er etwas verspätet, als er sah wie Schuldig etwas fröstelte.

„Ne ne, is schon ok, sonst hätte …ich ihn dir ja nicht gegeben…“ sagte Schuldig mit leicht fröstelnder Stimme wehrende er sich von Farfarello abwandte.

„Komm, wir gehen bevor ich zum Eiszapfen mutiere!“ sagte er mit einen typischen Grinsen.

Ohne weitere Worte folgte Farfarello Schuldig, der auf dem ganzen Weg zurück kein Wort mit ihm wechselte.

Als sie nach fast einer halben Stunde endlich ankamen, stürmte Schuldig so schnell es ging in sein Zimmer.

Farfarello blieb im Flur zurück, er hatte gesehen wie sehr Schuldig auf dem Rückweg gezittert hatte, was kein Wunder war da er nur ein T-Shirt trug.

Langsam begab auch er sich in seine Zelle und ließ sich auf sein Bett sacken.

Er merke, dass er ja immer noch Schuldigs Mantel trug, zog ihn aus und legte ihn ordentlich gefaltet neben sich aufs Bett. Es war der dunkelgrüne Mantel, den er eigentlich ständig trug.

Sollte er ihm den Mantel gleich wieder zurückgeben?

Nach längerem Überlegen befand er es doch für besser, ihn gleich zurück zu bringen.

Er trat aus seiner Tür in den langen schmalen Flur. Crawford und Nagi schliefen bestimmt schon, also schlich er leise durch den Flur bis ans Ende und blieb vor der Tür zu seiner Linken stehen.

Ob Schuldig schon schlief?

Farfarello klopfte leicht an seine Tür an, aber er bekam keine Antwort. Als er nach den zweiten

Mal wieder keine Antwort bekam, trat er ein. Im Zimmer brannte noch Licht, das aber nur

schwach war. Schuldigs Zimmer sah so anders aus als seins, die Wände hatten einen warmen

Gelbton und es sah insgesamt wohnlicher aus. Seine Zelle dagegen war schlicht weiß und

das Einzige was sich darin befand, war sein Bett mit Metallgestell, das noch dazu am Boden festgeschraubt war.

In Schuldigs Zimmer befand sich eine große Fensterfront mit dunkelroten Vorhängen.

In seiner Zelle gab es nur ein winziges Fenster mit Gitterstäben davor.

Er ließ seinen Blick weiter auf der Suche nach Schuldig durch den Raum schweifen, bis er ihn gefunden hatte.

Schuldig lag in seinem Bett und schlief anscheinend schon.

Langsam und leise schritt er ans Bett heran und betrachte Schuldig.

Er sah so friedlich aus wenn er schlief und irgendwie auch niedlich.

Sein Gesicht saht total entspannt aus und einzelne orange Haarsträhnchen fielen ihm wirr ins Gesicht.

Sein Mund war leicht geöffnet und er hatte sein sonst so falsches Grinsen abgelegt.

Farfarello schüttelte den Kopf. Er war doch nur hergekommen, um ihm seinen Mantel zurück zu geben. Also warf er noch einen letzten Blick auf den friedlich schlafenden Schuldig und legte ihm seinen Mantel aufs Bett.

Bevor er zur Tür hinaus ging, schaltete er noch das Licht aus, das die ganze Zeit über gebrannt hatte.

Nun ging er wieder in seine kalte weiße Zelle, setzte sich auf sein Bett und lehnte sich gegen die kühle Wand.

Nie zuvor hatte sich jemand um ihn gekümmert, geschweige denn Sorgen gemacht.

Aber auf einmal…nur diese kleine freundliche Geste Schuldigs hatte ihm gereicht.

~Repeat~ *`Hier zieh den an…..´*

Es hätte ihn doch einen Scheißdreck interessieren können ob er sich erkälten würde oder nicht.

Er hatte eigentlich keine Lust mehr sich darüber den Kopf zu zerbrechen aber diese Gedanken ließen ihn einfach nicht los.

Warum hat er das getan?

Einfach nur so oder weil er sich wirklich um ihn sorgt?

Warum mögen sich Menschen überhaupt und warum hassen sie sich?

Warum ?

Ihm fehlte einfach die Erfahrung in Beziehung “Gefühle“.

Und während er so da saß und nachdachte, merkte er doch wie ihm langsam die Müdigkeit überkam.

Bis er das Auge schloss und sich dem Reich der Träume hingab.

Chapter 1. “Snowflakes” Ende

°O()-Fortsetzung folgt-()o°

23.11.06 00:37
 


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